Autoreninterview

[Autoreninterview] Pascal Wokan

Heute darf ich euch wieder einen tollen Selfpublisher vorstellen, der mich mit den Auftakt seiner Trilogie sofort begeistern konnte. Pascal Wokan.

Kurz über den Autor:

Quelle: pwokan.com

Ich bin 1986 in Frankfurt am Main geboren und in einer kleinen Stadt namens Rendel aufgewachsen. Bislang hat es mich nicht  davongezogen, tatsächlich lebe ich noch immer gerne dort. Bereits in jungen Jahren entdeckte ich meine Leidenschaft für die Literatur und begann, erste Kurzgeschichten zu verfassen. Schon immer war ich von der Idee besessen, eines Tages Bücher zu veröffentlichen. Also studierte ich zuerst auf Lehramt, um mich intensiv mit der Gegenseite zu beschäftigen und zu erfahren, wie man literarische Erwartungen gekonnt austrickst. Dann wechselte ich in den technischen Bereich, um Maschinenbau zu studieren – einfach, weil sich der Titel Bachelor so toll anhört. Nach meinem Studium wagte ich mich dann zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und veröffentlichte meinen Debütroman »Arakkur – Die große Schlucht«.
Die Freude, mit der ich mir neue Welten und Charaktere ausdenke und niederschreibe, ist atemberaubend und die Chance, diesen Enthusiasmus mit meinen Lesern teilen zu können, macht mich dankbar. Im Bereich klassischer und moderner Fantasy fühle ich mich wohl, das war schon immer meine Welt. Dennoch plane ich in Zukunft, einen ersten Vorstoß in Richtung Märchen zu wagen. Wer weiß, was hier die Zukunft noch bringt? Derzeitig schreibe ich an einer Fortsetzung der Reihe um Arakkur und nebenbei an einem weiteren Projekt, das ich schon bald ankündigen werde.
In meiner Freizeit widme ich mich aber nicht nur dem Schreiben neuer Bücher, ich bin auch begeisterter Sportler und sehr engagiert im sozialen Bereich.

Quelle: pwokan.com

Die Bücher:

  1. Arakkur – Die große Schlucht (Rezension)
  2. Arakkur – Das ferne Land

Durch Klick auf den Titel kommt ihr zu Amazon, wo ihr euch auch den Klappentext durchlesen könnt. Ich selbst habe bereits Teil 1 gelesen und der zweite Teil liegt schon hier bereit. Ich kann euch sagen, dass das Buch richtig gut ist!

 

Das Interview:

  1. Ich freue mich sehr, dass du dieses Interview mit mir führst, stell dich doch mal kurz vor.

Ich freue mich auch sehr über dieses Interview! Mein Name ist Pascal Wokan, ich bin 30 Jahre alt, komme gebürtig aus Karben, einer kleinen Stadt im Umkreis von Frankfurt am Main, und habe Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Material- und Fertigungstechnologie studiert. Außerdem habe ich eine Fitnesstrainer-Ausbildung und für einige Zeit in einem Sportclub auf Teneriffa dementsprechend als Fitnesstrainer gearbeitet. Zuletzt ist noch erwähnenswert, dass ich 13 Jahre im Vorstand eines Sportvereins tätig war, dabei auch unter anderem für 3 Jahre als Vereinsvorsitzender.

  1. Wieso hast du begonnen zu schreiben?

Im Grunde genommen erfülle ich das typische Autorenklischee, d.h. ich habe mit dem Schreiben bereits in jungen Jahren begonnen. Erst waren es nur Kurzgeschichten, während der Schulzeit entwickelten sich daraus dann richtig komplexe Ideen, denen ich allerdings nie die Aufmerksamkeit schenken konnte, die ihnen eigentlich gebührte. Auch meine Mitwirkung in der damaligen Schülerzeitung war ein erstes Zeichen für mein großes Interesse bezüglich der Welt der Literatur.

Als überzeugter Nerd habe ich natürlich die Werke vieler großer Fantasyautoren verschlungen, wie z.B. von Markus Heitz, George R.R. Martin oder J.R.R. Tolkien. Aus diesem Grund geisterten schon immer zahllose Ideen für mehrere Geschichten in meinem Kopf herum. Irgendwann habe ich mich dann schließlich dazu entschieden, meine wirren und absonderlichen Gedanken in niedergeschriebenen Worten festzuhalten. Daraus entstand letztendlich mein Debütroman Arakkur – Die große Schlucht.

  1. Arakkur ist eine sehr komplexe Welt, meiner Meinung nach, wie bist du auf diese Idee gekommen und wie lange hat es gedauert, bis die Welt richtig ausgereift war?

Das Wort komplex trifft es in diesem Zusammenhang tatsächlich sehr gut. Allerdings ist diese Tatsache bei vielen Büchern so, die frei nach dem Prinzip des World-Building-Schemas ihre ganz eigene Welt kreieren. Eine erste Idee zu Arakkur entstand, als ich die Steilklippen von Los Gigantos auf der kanarischen Insel Teneriffa besuchte. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas seltsam, wenn man aber dort oben steht, dann entstehen so manche fantastische Gedanken, die geradezu danach schreien, festgehalten zu werden. Mich hat es über lange Zeit hinweg gereizt eine Welt voller Geheimnisse und Mythen zu kreieren, die den Leser immer wieder gefangen nimmt.

Von der Idee bis zur Umsetzung dauert es leider immer eine ganze Weile. Bis ich die ganzen Tier- und Pflanzenarten entwickelt habe, sowie das Magiesystem, die politische Situation, die Begriffe und die handelnden Figuren, hat es ein  ganzes Jahr gedauert.

  1. Zu welchen deiner Figuren hast du eine besondere Verbindung und warum?

Tatsächlich fühle ich mich in gewisser Weise sowohl mit Elhan, als auch mit Alrael verbunden. Elhan, weil er trotz aller Widrigkeiten und Umstände niemals aufgibt. Zwar begeht er dabei auch Fehler und wird stets von seinen eigenen Selbstzweifeln geplagt. Dennoch besitzt er die beeindruckende Fähigkeit diese Hürden immer wieder zu überwinden. Das sind Dinge, die mich als Autor stets an die Begebenheiten des eigenen Lebens erinnern.

Alrael hingegen fasziniert mich mit seiner Unbefangenheit und seinem nüchternen Weltbild, das zeitweise eigene Charakterzüge von mir widerspiegelt. Es gibt kein Problem, das man nicht mit einem sarkastischen oder humorvollen Spruch überwinden könnte. Worte besitzen Macht und Alrael weiß um die Fähigkeit, diese Macht auch zu nutzen.

  1. Es ist erst vor kurzem der zweite Teil von Arakkur veröffentlich worden, wie viele Teile sind insgesamt geplant?

Insgesamt sind drei Teile rund um die Arakkur-Saga geplant, also eine klassische Trilogie. Arakkur – Das ferne Land bildet den zweiten Teil der Saga. Der abschließende Band wird Arakkur – Das Seelenband heißen. Das sind zumindest meine derzeitigen Pläne, aber man weiß nie, was noch so kommt. Tatsächlich wurde ich bereits von einem begeisterten Leser darauf angesprochen, ob ich nicht eine Vorgeschichte rund um die Figur Itras plane. Der Gedanke klingt tatsächlich etwas verlockend.

  1. Wenn du dich mit drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Wortgewandt, kreativ und lebensfroh.

  1. Stell dir vor, du würdest plötzlich mitten in deinem Buch auftauchen. Du bist in der Schlucht. Welchen Charakter würdest du aufsuchen und dich ihm anschließen/um Hilfe bitten und wie würdest du auf die Tatsache, dass du in deinem eigenen Buch bist, reagieren?

Nun, ich würde definitiv weder Mort, noch Raschik aufsuchen! (lacht).

Um die Frage aber richtig zu beantworten: Ich würde als erstes Sylon aufsuchen und danach vermutlich Itras und Elhan. Warum Sylon? Er ist eine Figur, die momentan noch unterschätzt wird und im Laufe der Reihe eine wesentlich bedeutendere Rolle einnehmen wird. Er ist nicht nur zielgerichtet, unerschütterlich und stark, sondern auch ein Mann, der jede Situation zu einem Vorteil abwenden kann. Des Weiteren verfügt er über eine Fertigkeit, die mir selbst manchmal ein wenig abhandenkommt: Er erkennt seine Fehler an und macht sie ferner sogar zu seinen eigenen Stärken. Wenn etwas getan werden muss, dann tut er dies auch ohne zu zögern.

Danach würde ich Itras und Elhan aufsuchen, weil sie sich – trotz der äußerlichen Umstände  ihre Menschlichkeit bewahren. Die Schlucht härtet zwar ab und schneidet weg, was weich ist. Trotzdem verfallen beide nicht in die Gepflogenheiten manch anderer Schlucht-Arbeiter (und Aufseher).

Wie ich darauf reagieren würde, wenn ich in meinem eigenen Buch wäre? Nun, ich wäre nicht nur begeistert, ich würde auch eine unbegreifliche Panik verspüren! Intrigante Herzöge? Ein König, dem das Leiden des Volkes egal ist? Eine mystische Knolle, die das Leben der Reichen und Mächtigen immer weiter verlängert? Und ein unbekannter Feind, der sich die Atemseele anderer Menschen einverleiben möchte? Ich hätte keine Ahnung, wie ich mich in dieser Welt zurecht finden sollte.

  1. Was ist dein Lieblingsbuch?

Das ist tatsächlich eine sehr schwierige Frage, weil es unglaublich viele Bücher gibt, die mir sehr gut gefallen. Da ich mich aber festlegen muss, kann ich reinen Gewissens sagen: Der Name des Windes von Patrick Rothfuss. Eine unbeschreiblich faszinierende Geschichte mit einem wortgewandten Schreibstil, der jeden anderen Autor (mich eingeschlossen) vor Neid erblassen lässt. Ich empfehle dabei übrigens die englischsprachige Version.

  1. Du möchtest auch bald ein Buch in Richtung Märchen schreiben, hast du hier schon genauere Vorstellungen, oder war das bloß eine Idee von dir?

Du hast dich scheinbar über mich schlau gemacht! (lacht)

Tatsächlich spiele ich schon länger mit dem Gedanken auch einmal in die Welt der Märchen einzutauchen. Ich bin mit den Märchen der Gebrüder Grimm aufgewachsen und hege noch immer ein gewisses Interesse daran. Von Rapunzel, über Der gestiefelte Kater, bis hin zu Aschenputtel. Aber auch La jeune américaine, et les contes marins (Die Schöne und das Biest) in der ursprünglichen Fassung von Gabrielle-Suzanne de Villeneuve beeindruckt mich noch heute. Ich finde dies sind einfach zeitlose Klassiker, die uns in der heutigen Zeit noch immer vieles lehren können. Vielleicht klingt dies für einen männlichen Autor etwas merkwürdig, ich bin aber ein Fan vieler moderner Verfilmungen und heiße es immer wieder willkommen, wenn wir erneut zum Träumen eingeladen werden.

Tatsächlich habe ich bereits ein paar Ideen und Vorstellungen zu einem eigenen Märchen! Das Märchen soll sich rund um die Abenteuern und Erlebnissen einer der dreizehn Feen drehen, die allerdings nicht dem typischen Bild entspricht, das wir von einer Fee haben. Prusielle, auch genannt Die pummelige Fee, ist bequem, eine Genießerin, ein wenig ungeduldig und hat nach vielen hundert Jahren endgültig genug von bezaubernden, blonden Schönheiten mit zarten Stimmchen, die ihr Leben nicht selbst in die Hand nehmen können (Warum müssen die auch immer blond sein?). Nachdem sie jedoch die Schuld an einer Verkettung von unvorhersehbaren Ereignissen trägt, die beinahe das Märchengefüge auseinanderbrechen könnten, erkennt sie ihre wahren Stärken und tut alles in ihrer Macht stehende dafür, um die bekanntesten aller Märchen wieder ins Lot zu bringen. Das aber nicht ohne einer geballten Ladung Sarkasmus, einer Prise Humor und einem Hauch Bequemlichkeit. Und was ist die Moral der Geschichte? Nun, das werden wir dann sehen. 🙂

Letztendlich betrachte ich das Märchen allerdings eher als eine Art Nebenprojekt, das ich irgendwann einmal richtig angehen möchte. Momentan stehen viele andere Fantasy-Projekte aus, die abgeschlossen werden wollen.

  1. In deinem Buch wird alles unverschönt beschrieben, es gibt einiges an Blut, meinst du, dass dies Leser abschrecken könnte? Und schreibst du solche Szenen gern, denn können tust du es wirklich gut!

Vorweg erst einmal vielen Dank für das Lob! Natürlich gibt es bestimmt einige Leser, die durch derlei Szenen etwas abgeschreckt werden. Ich finde aber, dass solche Tatsachen immer in einem anderen Zusammenhang betrachtet werden sollten. Wenn ich ein Buch vorliegen habe, das von Beginn an brutale Szenen meidet, im Verlauf jedoch auf einmal mit ungeschönten Szenen überrascht. Dann kann ich eine Abschreckung des Lesers durchaus nachvollziehen. In Arakkur – Die große Schlucht liegt jedoch ein anderer Fall vor, denn bereits im Prolog wird klar, dass brutale Szenen als das dargestellt werden, was sie nun einmal unverkennbar sind: brutal. Die Zustände in der großen Schlucht und der Welt um Arakkur sind schrecklich, düster und verachtenswert – also werden sie auch dementsprechend geschildert. Auch sollte dabei angemerkt werden, dass Arakkur dem Dark Fantasy-Gerne zugeordnet ist, das eher dafür bekannt ist, erwachsene Leser anzusprechen.

Natürlich versuche ich in meinen Büchern Splatter-Elemente zu vermeiden, ferner bin ich sogar der Meinung, dass nicht alles bis ins kleinste Detail beschrieben werden sollte. Seit der Verfilmung von Das Lied von Eis und Feuer erleben wir im Fantasybereich allerdings eine Wandlung realistischer Darstellungen, die ich persönlich nur begrüßen kann. Ich sollte hierbei vielleicht noch anfügen, dass ich mich nicht auf die teilweise übertriebenen sexistischen Darstellungen beziehe.

  1. Möchtest du den Lesern noch etwas sagen?

Ich bedanke mich bei jedem von euch, der in die Welt rund um Arakkur eintaucht. In gewisser Weise taucht ihr dabei sogar in meine eigene Gedankenwelt hinab – insofern herzlich willkommen! Ich freue mich wirklich über einen regen Austausch mit meinen Lesern und bin daher über jede Nachricht oder Anmerkung dankbar. Auch finde ich es äußerst faszinierend, wenn begeisterte Leser mit neuen Ideen an mich herantreten.

Zum Abschluss möchte ich mich vielmals für dieses Interview bedanken! Es hat mir sehr viel Freude bereitet.


Ich hoffe das Interview hat euch gefallen und vielleicht habe ich ja das Interesse für diese Bücher bei dem ein oder anderen geweckt 🙂

 

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