[Rezension] „Spuren von Licht“ – Julianna Grohe

Quelle: drachenmond.de

Titel: Spuren von Licht
Autor: Julianna Grohe
Verlag: Drachenmond
Preis: 14,90€ [D]
Seiten: 340

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Sein Ziel: Ihr das Leben zur Hölle zu machen. Sein Fehler: Sich in sie zu verlieben. David Wolf ist ein Traumtyp. Er ist groß, unverschämt sexy und besitzt einen messerscharfen Verstand. Jeder Blick in seine Augen, jede unabsichtliche Berührung bringt Phinas Herz zum Schmelzen. Doch zwischen ihnen fliegen leider nicht die Funken, sondern die Fetzen. Was Phina nicht weiß: David glaubt, dass sie schuld am Tod seiner Schwester Lara ist. Und er will Rache. Aber da hat Lara auch noch ein Wörtchen mitzureden

Quelle: drachenmond.de

Die alte Dame stieß einen markerschütternden Schrei aus und krümmte sich auf der verschlissenen Matratze.


Das Cover deutet sehr auf einen Liebesroman hin, was es nur bedingt ist. Trotzdem finde ich es sehr schön mit den Umrissen von dem Pärchen.


Der Schreibstil der Autorin war ok, aber irgendwie konnte er mich nicht überzeugen. Man liest aus Sicht von Lara und Phina, doch die Gespräche kamen mir alle zu gestellt vor und das hat mir einiges an Lesespaß verdorben.


Zu Beginn lernt man Phina kennen, deren beste Freundin Lara bei einem Unfall gestorben ist. Phina ist immer noch am Boden zerstört, was sie aber nicht weiß ist, dass Lara sie noch als Geist begleitet und auf sie aufpasst.

Puh, diese Rezension fällt mir wirklich schwer, weil ich die anderen Bücher der Autorin geliebt habe. Somit ging ich guter Dinge an das Buch heran, aber schon bald folgte die Ernüchterung. Wie ich schon sagte kamen mir viele Gespräche sehr gestellt vor und ich kann nicht glauben, dass in der Realität wirklich jemand so redet. Weiters konnte ich zu den Charakteren schon am Beginn keine Verbindung aufbauen, was sich bis zum Ende nicht geändert hat.

Da wäre einmal Lara, die als Geist die übernatürliche Komponente ins Spiel bringt. Sie kann das Licht beeinflussen, mehr aber nicht. Es wird öfter erwähnt, dass Geister sich um nichts scheren, außer um die Person wegen der sie noch hier sind und das kam deutlich bei Lara durch. Sie wirkte oft unbeteiligt und so als wäre ihr alles egal, außerdem war sie mir oft unsympathisch, was auch damit zusammenhängen könnte. Dadurch, dass es auch nicht so viele Kapitel aus ihrer Sicht gibt und sich diese meist um Phina oder David drehen, kommt Lara zu kurz.

David, Laras Bruder, war mir einfach nur unsympathisch. Zuerst will er sich an Phina rächen, stalkt sie und plötzlich verliebt er sich in sie. Ich habe seine ganze Art gehasst, wie unfair er gegenüber Phina war, so als könne sie etwas für den Rehunfall. Ich verstand einfach nicht, wieso er so fixiert auf Rache war, niemand hätte etwas ändern können und Phina schon gar nicht. Ansonsten bliebt David sehr blass und ich könnte ihn nicht beschreiben. Ich weiß, dass er Polizist ist, Laras Bruder und das wars dann auch schon. Ein sehr unsympathischer Kerl.

Phina mochte ich von den Charakteren noch am liebsten, aber auch zu ihr konnte ich keine Verbindung aufbauen. Ich weiß gar nicht, wie ich sie beschreiben soll. Sie ist Lehrerin, oftmals ziemlich kindisch und kommt nicht über den Tod von Lara hinweg. Auch von ihrer Seite aus verstehe ich die Gefühle für David null, denn er hat sie zuerst immer mies behandelt und nur weil er zweimal nett war hat sie sich in ihn verliebt? Kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Die Geschichte hatte gute Ansätze, wie etwas das Licht, das von Geistern beeinflusst werden kann. Ich fand die Idee schön und irgendwie aus tröstlich, dass unsere Liebsten nach ihrem Tod noch auf uns aufpassen. Leider hat Lara lange nur Beobachterin gespielt und ihre Kapitel dienten dazu, David zu folgen und etwas aus seiner Sicht zu lesen. Erst gegen Ende wird dieses ganze Geist-sein mehr thematisiert.

Ansonsten finde ich, dass das Buch einfach zu viel sein wollte. Liebesroman, Fantasyroman und Thriller in einem. Für mich hat das nicht zusammen gepasst. Da wäre zuerst der Tod von Lara und dann die Trauerbewältigung. Durch Davids Rache kommt etwas Spannung dazu, da Phina nur von einem Stalker ausgeht. Lara als Geist bringt den Fantasyanteil und gegen Ende kommen noch Thrillerelemente dazu, da jemand Phina benutzen will. Alles in allem war mir das dann doch zu viel und hätte David nicht so rachsüchtig gehandelt wäre es sicherlich besser gewesen.

Außerdem gibt es hier einige Logikfehler, wie etwa die ganze Geschichte mit den Bikern. Phinas Bruder hat es sich mit einer Gruppe Biker verscherzt und Phina lenkt diese ab, indem sie ihnen vorschlägt etwas zu singen. Die Biker geben ihre Verfolgungsjagd natürlich sofort auf und hören Phina bei einem Kinderlied zu. In solchen Situationen könnte ich nur den Kopf schütteln. Leider gab es davon zu viele in dem Buch.

Was mir auch gar nicht gefallen hat war die Liebesgeschichte, denn ich konnte es einfach nicht nachvollziehen. Ich spürte keinerlei Anziehung zwischen Phina und David und kann einfach nicht verstehen, wieso sich die beiden überhaupt mögen. Mich ließ ihre Beziehung völlig kalt und ich habe keine Liebe gesehen.

Ich liebe die Bücher der Autorin, aber von diesem bin ich richtig enttäuscht. Der Schreibstil war nicht so toll, die Gespräche wirkten gekünstelt und unecht, außerdem gab es keinerlei Gefühle zwischen Phina und David. Das Buch wollte zu viel sein, wäre es ein reiner Liebesroman mit kleinem Fantasyanteil wäre es besser gewesen, aber hier kam ein bisschen Thrillernateil dazu, der meiner Meinung nicht wirklich gepasst hat. Sehr schade.

3 Kommentare zu „[Rezension] „Spuren von Licht“ – Julianna Grohe

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