[Rezension] „Midnight Princess – Wie die Nacht so hell“ – Asuka Lionera

Wie die Nacht so hell von Asuka Lionera | Thienemann-Esslinger Verlag
Quelle: thienemann-esslinger.de

Titel: Midnight Princess – Wie die Nacht so hell
Autor: Asuka Lionera
Verlag: Loomlight
Preis: 15€ [D]
Seiten: 496

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Wenn Liebe den sicheren Tod bedeutet, verschenkst du trotzdem dein Herz?
Vanyas verborgene Gabe ist gleichzeitig ihr Gefängnis, denn wann immer die Gefühle unkontrolliert aus ihr hervorbrechen, verwandeln sich ihre Tränen in herabfallende Blütenblätter oder winden sich Dornenranken um ihre Arme. Von ihren Eltern – dem Königspaar – versteckt und verleugnet, begibt sich Vanya daher auf der Suche nach ihrer Freiheit ausgerechnet ins verfeindete Reich Nordgand an den Hof der Ewigen Mitternacht. Doch dort erwarten sie nicht nur unendliche Finsternis, ein unerbittlicher König und dunkle Magie, sondern auch Gefühle, die Vanya bisher verboten waren. Der Nachtfae Kenric weckt nämlich etwas in ihr, auf dem in ihrer Heimat ein Fluch lastet: Liebe. Und diese Liebe kann nur auf eine Weise enden, und zwar tödlich … 

Quelle: amazon.de

Das Knarzen der Dielen im Hausflur störte meine Ruhe.


Das Cover ist der Hammer! Die Farben und die Figuren, alles passt einfach perfekt zur Geschichte. Ich mags, dass man nicht die ganze Person, sondern nur den Schatten sieht, dadurch bleibt einiges der Fantasie überlassen.


Der Schreibstil der Autorin ist super zu lesen. Dadurch, dass das Buch aus Sicht von Kenric und Vanya geschrieben ist, kann man sich in beide Charaktere sehr gut hineinversetzen und hat auch mehr von der Geschichte. Ich mochte besonders die Beschreibungen der Welt gerne, denn ich konnte mir vorher eine Welt, in der es immer dunkel ist, gar nicht richtig vorstellen.


Zu Beginn lernt man Vanya kennen, die sich in die Kutsche, welche ins dunkle Reich fährt, begibt. Immer werden junge Frauen ausgewählt, die an den Hof düfen und somit die Chance auf ein besseres Leben haben. Vanya will ihrem Leben nur entfliehen.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, bereits nach den ersten paar Seiten war ich der Geschichte verfallen. Das Konzept, dass es ein Reich gibt, in dem es immer dunkel ist hat mir sehr gut gefallen und ich war gespannt, wie die Autorin das umsetzen würde. Durch einige clevere Tricks (ich sage nur Fünkchen) kann sich Vanya dort bewegen, ohne dass sie bei jedem Schritt in jemanden hineinläuft. Da sie aber auch nicht sonderlich weit geht, kann sie sich den Weg wahrscheinlich bald auch so merken.

Vanya ist die Hauptfigur und ich fand sie klasse. Sie lässt sich nichts sagen, kennt sich mit Kräutern aus und kann damit Menschen helfen und schlagfertig ist sie auch nocht. Vanya weiß, was sie kann und dass ihr Wissen nützlich ist, sie lässt sich davon nichts absprechen, auch wenn die Menschen in ihrem Heimatdorf eher nicht so überzeugt sind. Ihr Geheimnis, welches man als Leser schon am Anfang erfährt, versucht sie zu wahren und dabei gerät sie immer wieder in Konflikte mit sich selbst, weil sie diese eine Person nicht anlügen möchte.

Kenric mochte ich auch gerne, er hat schon viel durchgemacht und seinen Schmerz kann man an manchen Stellen richtig spüren. Man weiß lange nicht, was es genau mit ihm auf sich hat, das lässt ihn sehr mysteriös erscheinen und da er sowieso eher ein Einzelgänger ist, will man einfach hinter seine Fassade blicken. Er zeigt Gefühle und ist kein kalter Klotz, genau das hat ihn für mich so interessant gemacht. Ich würde ihn dadurch auch nicht als weinerlich bezeichnen, er ist einfach ein Kerl, der seine Gefühle nicht versteckt.

Erwähnt gehört auf jeden Fall auch Turon, der Hund von Kenric. Wie kann man ihn nicht lieben?! Hin und wieder hat man beim Lesen das Gefühl, dass er sehr viel mehr versteht, als ein normaler Hund und mit der Zeit habe ich so meine Vermutungen angestellt, die aber wahrscheinlich erst im zweiten Band aufgelöst werden.

Die Geschichte fand ich sehr gelungen. Meiner Meinung nach lebt sie hauptsächlich von den Geheimnissen, die man als Leser lüften will und den Charakteren, denn die sind hier wirklich stark. Kenric ist kein Bad Boy, Überflieger oder sonst was, er kann auch Schwäche zeigen und spielt nicht immer den starken Mann, das fand ich sehr erfrischend. Die Flüche, die auf Nordgand und Südgand liegen haben mir gefallen, es war mal was anderes und man will zusammen mit Kenric und Vanya herausfinden, wie man diese brechen kann.

Der Großteil der Geschichte spielt sich in Zahids Reich ab, dem in dem es ständig dunkel ist. Zahid selbst konnte ich ewig nicht einschätzen, seine Beweggründe blieben mir schleierhaft, aber mit der Zeit wurde klarer, was für eine Art Mensch er ist. Ich finde ich aber trotzdem interessant. Man erfährt schon recht viel über ihn, er kommt auch öfter vor, aber ganz durchblicken konnte ich ihn bis zum Ende nicht. Diese Ungewissheit hat seinen Charakter noch spannender gemacht.

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, diese entwickelt sich aber sehr langsam und sie ist einfach perfekt. Es wird nichts überstürzt und es passte für mich einfach. Die Kräuterkunde verbindet Kenric und Vanya schon von Beginn an, und Vanya will Kenric bei einem Projekt helfen, dadurch verbringen sie mehr Zeit miteinander. Ich fand es wirklich gut umgesetzt, dass sie nicht nur zufällig zueinander fanden, sondern einfach so Zeit zusammen verbracht haben. Es ist auch bei weitem keine Liebe auf den ersten Blick, die Funken beginnen erst nach und nach zu sprühen und diesen Prozess habe ich gerne beobachtet.

Wie man es von der Autorin gewohnt ist gibt es auch hier wieder einen sehr fiesen Cliffhanger, der sofort Lust auf den zweiten Band macht. Ich kann es jetzt schon nicht mehr erwarten diesen endlich zu lesen!

Das Buch gehört definitiv zu meinen Lieblingen der Autorin. Es hat von vorne bis hinten alles gepasst. Zu keinem Zeitpunkt fand ich die Geschichte langweilig, es hat sich nicht gezogen, die Charaktere waren vielschichtig und die Idee war mal neu. Die Flüche kommen im nächsten Band hoffentlich auch noch mehr vor, ebenso wie einige Figuren, von denen ich gerne noch mehr lesen würde. Für mich ist dies ein klaren 5 Sterne Buch.

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