[Rezension] Der dunkle Schwarm

Der dunkle Schwarm
 - Marie Graßhoff - PB
Quelle: luebbe.de

Titel: Der dunkle Schwarm
Autor: Marie Grasshoff
Verlag: Lübbe
Preis: 15€ [D]
Seiten: 352

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Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für den größten Hive-Entwickler. Nachts betreibt sie unter dem Decknamen Oracle einen lukrativen Handel mit Erinnerungen, die sie aus Hive-Implantaten stiehlt. Eines Nachts berichtet ihr ein Kunde namens Noah von dem Mord an einem ganzen Hive – eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Er bietet ihr eine horrende Summe dafür an, den Täter zu finden. Atlas lässt sich auf den Deal ein – und ist bald auf der Flucht vor der Polizei, Umweltterroristen und Auftragsmördern …

Quelle: luebbe.de

„Und wer gibt mir die Sicherheit, dass diese Daten verwendbar sind, wenn ich sie vorher nicht prüfen kann, Miss Oracle?


Das Cover ist einfach mega! Man sieht, wie ich finde, sofort, dass es sich um einen Science Fiction Roman handelt und genau das mag ich. Wenn man weiß, woran man ist.


Der Schreibstil der Autorin ist wie immer genial zu lesen. Dieses Mal ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Atlas geschrieben. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen und auch die Beschreibungen der Umgebung haben mir gereicht.


Zu Beginn lernt man Atlas kennen, die gerade einen neuen Auftrag bekommt. Zuerst erscheint ihr dieser zu groß, aber sie nimmt ihn doch an. Zusammen mit Noah, ihrem Auftraggeber, wird sie dadurch aber in eine große Sache hinein gezogen.

Ich habe mich richtig auf das neue Buch von Marie Grasshoff gefreut, weil ich ihre Werke so gut finde. Dieses Mal war der Schreibstil anders als gewohnt, man liest aus der Ich-Perspektive von Atlas und auch ansonsten gibt es nicht so viele poetische Szenen, was mich aber nicht gestört hat. Der Stil passte perfekt zum Buch und dadurch bin ich auch sehr schnell in die Geschichte gekommen. Man kann sich bereits ab der ersten Seite mit Atlas identifizieren und durch ihre Gedanken und Gefühle kommt man ihr immer näher.

Atlas mochte ich recht gerne. Sie ist Hackerin und arbeitet tagsüber bei einer großen Firma. Dadurch will sie als so normal wie möglich aussehen und unter dem Radar bleiben. Atlas ist schlau, das beweist sie im Laufe des Buches immer wieder und ich hab sie echt bewundert. Ich liebe ihre Art und ihre Vorgehensweise und auch, dass sie durch ihren speziellen Chip nicht durchgehend Menschen ausspioniert sondern nur ihre Gedanken liest, wenn es nötig ist, fand ich gelungen. Sie hätte alles haben können, aber sie hat sich mit einem normalen Leben begnügt.

Dann ist das Julien, ein Android, der Atlas damals aufgenommen und großgezogen hat. Ach, ich liebe den Kerl einfach und obwohl er eigentlich nur eine Maschine ist, wirkte er so menschlich auf mich und hat sich durch seine hilfsbereite Art und seine Aufopferung gegenüber Atlas sofort in mein Herz gestohlen. Hört sich komisch an, wenn man so über eine Maschine, und das noch aus einem Buch, spricht, aber so ist es einfach.

Der Dritte im Bunde ist Noah, der Auftraggeber von Atlas. Irgendwie fand ich ihn süß, denn er ist in illegalen Belangen wirklich nicht bewandert, gehört eigentlich der reichen Oberschicht an und hat bei jeder Handlung seine Bedenken. Wirklich süß, wie er alles auf legalem Weg lösen wollte. Aber auch er konnte mich mit seiner Art, die so ganz anders als die von Atlas und Julien ist, begeistern. Durch ihn kommt etwas mehr Vielfältigkeit ins Buch und man hat nicht nur knallharte Charaktere, die vor nichts zurück schrecken und alles können.

Die Geschichte selbst konnte mich auch überzeugen. Ich verstehe aber auch, wenn es einigen Leute zu wenig beschrieben wurde, wie die ganze Technoligie funktioniert und wie die Welt nun aussieht. Für mich war es ausreichend, ich weiß, dass die Reichen oben und die Armen unten wohnen, dass die Erde außerhalb der Städte nicht bewohnbar ist und man den Himmel vor lauter Smog nicht mehr sehen kann. Mit den ganzen technischen Spielzeugen konnte ich auch nicht immer etwas anfangen, aber man konnte sich denken, für was sie benutzt werden.

Mir hat vor allem die Idee gefallen, dass die Menschen durch den Chip alle miteinander verbunden sind. Jeder kann im Kopf des anderen nach Informationen suchen, einerseits spannend, andererseits weiß ich nicht, ob ich das selbst möchte.

Atlas soll für Noah herausfinden, wie es sein kann, dass ein ganzer Hive zur selben Zeit tot umfällt und es hat sich manchmal wie ein Krimi gelesen. Sie gehen Spuren nach, besuchen Orte und Personen und ermitteln. Für mich nicht schlecht, denn zusammen mit den Science-Fiction Elementen blieb es immer spannend. Besonders die Ausflüge ins All und zu den ganz großen Tieren bei Organisationen haben mir gefallen. Atlas kombiniert dann alles, was sie erfährt so gekonnt, dass sie der Wahrheit immer näher kommt, doch ich glaube mit der Auflösung hat dann niemand gerechnet. Die Autorin hat am Ende noch einen Twist eingebaut, der sehr gut war und auch alles erklärt hat. Ach, ich liebe einfach wieder alles an dem Buch.

Das Ende selbst kann man sehen wie man will. Es lässt viel Platz für einen weiteren Teil, hab aber keinen allzu großen Cliffhanger, also wenn es keinen zweiten Band geben würde, wären die Leser nicht ganz so arg frustriert. Aber da man schon weiß, dass ein zweiter Teil kommt, freue ich mich natürlich umso mehr.

Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen, weil es mir wieder so gut gefallen hat. Ich liebe den Stil und die Ideen der Autorin, in jedem Werk gibt es so viel Neues zu entdecken, da wird es nie langweilig. Auch hier haben mit Atlas, Noah und Julien in ihren Bann gezogen. Es gab Action, Spannung, ein bisschen Schmerz und viele Verfolungen, genau so wie ich es mag. Für mich war DDS ein Jahreshighlight!

2 Kommentare zu „[Rezension] Der dunkle Schwarm

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