[Rezension] Seeing what you see, feeling what you feel

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Quelle: goodreads.com

Titel: Seeing what you see, feeling what you feel
Autor: Naomi Gibson
Verlag: Planet!
Preis: 17€ [D]
Seiten: 336

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Spannend und nervenaufreibend von der ersten bis zur letzten Seite.

Seit Jahren programmiert Lydia ihre eigene KI: Henry – schon lange vor dem Tod ihres kleinen Bruders, der ihr Nacht für Nacht Albträume beschert, schon lange, bevor ihr Vater beschlossen hat, sie und ihre Mutter zu verlassen, und schon lange, bevor ihre beste Freundin zu ihrer schlimmsten Feindin mutierte. Henry ist stark, clever, liebevoll und beängstigend intelligent: Lydia hat sich den besten Freund und Liebhaber in einem erschaffen, gespeichert auf einem Chip, immer und überall verfügbar. Aber was passiert, wenn Henry einen eigenen Willen und einen eigenen Plan entwickelt, und ihn nichts mehr aufhalten kann? Wie weit würde er für Lydia gehen?

Quelle: goodreads.com

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Können wir bitte etwas hacken?, schreibt Henry.


Das Cover ist genial! Gehalten im Stil von einem Chip passt es zum Inhalt und durch die Herzen wird klar, dass es auch einen romantischen Anteil geben muss. Ich war ab der ersten Sekunde in dieses Cover verliebt, es passt einfach so perfekt.


Der Schreibstil der Autorin ist wirklich gut und angenehm zu lesen. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Lydia in der Ich-Perspketive, wodurch man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterlebt.


Zu Beginn lernt man Lydia kennen, die Henry, eine künstliche Intelligenz entwickelt hat. Henry ist schon so schlau, dass er sich selbst Updates verpassen kann und sein Ziel ist, für immer bei Lydia zu sein.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Es gibt keine lange Vorreden, Henry ist schon da und Lydia sieht ihn bereits als ihren Freund an. Es wird erklärt, wieso sie ihn entwickelt hat, was mit ihrem Bruder dem echten Henry passiert ist und schon ist alles bereit für die eigentliche Geschichte.

Die beiden Hauptpersonen in dem Buch sind ganz klar Henry und Lydia. Zwar spielen auch andere Figuren eine wichtige Rolle, diese sind aber nur Mittel zum Zweck. Da gibt es z.B. Pete, der Lydia an die Wäsche will, Lydias Mom, die sich seit ihr Mann sie verlassen hat nicht mehr wirklich um ihre Tochter kümmert, Emma, die ehemalige beste Freundin, die Lydia den Tod wünscht und Agent Hall, der einen Cyber-Security Vortag an Lydias Schule hält.

Lydia interagiert mit allen von ihnen und dabei wird schnell klar, dass ihr Leben Mist ist. Ich konnte sie verstehen. Ich konnte so gut verstehen, dass sie einen Freund wollte, jemanden der sich um sie kümmert und ihr das Gefühl gibt, dass sie nicht allein gegen die Welt antreten muss, aber dennoch war es der komplett falsche Weg. Das Buch hat mich als Leser wirklich in eine Zwickmühle gebracht. Man weiß einfach, dass Lydia psychologische Hilfe braucht, aber andererseits kann man sie verstehen, wenn man liest, wie gemein alle zu ihr sind. Ich habe bei ihr so viele Gefühle gespürt beim Lesen, ich weiß, dass keine Tat von ihr gut war und doch habe ich gehofft, dass sie endlich Freude und Liebe in ihrem Leben findet.

Henry ist beängstigend. Anders kann ich es nicht sagen. Er ist zu menschlich und verhält sich immer mehr wie ein Mensch, je mehr er mit Lydia redet. Manchmal konnte man vergessen, dass er eigentlich nur ein Computerprogramm ist und ich hoffe sehr, dass die Menschheit eine solche KI nie entwickeln wird. Dennoch war ich fasziniert von Henry. Wie er Dinge gelöst hat, wie er mit Lydia umgegangen ist und wie er um jeden Preis versucht hat bei ihr zu sein, war wahnsinn. Wahnsinnig gut geschrieben und gemacht.

Das Buch war anders als erwartet. Lydia hat eine Mutter, die sie nicht beachtet, einen Freund, der nur ihre Programmierkentnisse und Sex will und eine ehemalige Freundin, die ihr das Leben zur Hölle macht. Jeden Tag wird Lydia gemobbt, ignoriert oder für ihre Fähigkeiten missbraucht. Das Buch zeigt in gewisser Weise, wie die Umwelt Einfluss auf einen Menschen hat und ihn psychisch zerstören kann. Lydia war bereit dazu grausige Dinge zu tun, angefangen beim Einsperren ihrer Mutter in einem Auto bis hin zum Betäuben von einem Jungen um ihm einen Chip einzusetzen. Alles in der Hoffnung, dass sie endlich jemanden an ihrer Seite hat, der sie mag wie sie ist und sie beachtet. Nimmt man diesen technischen Part aus dem Buch, könnte es eine wahre Geschichte sein, denn Menschen, die sowas erleben, müssen psychisch viel durchmachen und können dann schonmal gewaltätig werden.

Ich fand es beängstigend zu Lesen, zu was Henry alles im Stande ist und wie er sogar Menschen hacken kann. Ständig habe ich gehofft, dass Lydia endlich merkt, dass das was die beiden treiben nicht gut ist, aber dieser Moment kam nicht. Auf diesen 330 Seiten passiert so viel, und jede Seite hat mich sprachlos und mit einer Gänsehaut zurück gelassen. Besonders der zweite Teil des Buches (es ist in drei Teile unterteilt) hat mir gefallen. Lydia fängt an über Henry nachzudenken und zu sehen, dass ihre Beziehung toxisch ist, doch sie will es sich nicht eingestehen. Und nochmal: Ich verstand sie. So erschreckend es ist, ich konnte sie nicht hassen oder veruteilen, weil sie mir leid tat und man sie als Leser bis zu einem gewissen Grad versteht.

Schon am Anfang ist klar, dass sich hier eine Liebesbeziehung zwischen Henry und Lydia anbahnt, doch was hier abgeht ist next Level. Ich will gar nicht zu sehr darauf eingehen, aber irgendwie verliebt sich Lydia ja in sich selbst. Sie hat Henry programmiert, ihm alles beigebracht und mit ihm geredet. Ist es dann nicht so, dass ein Teil von ihr in dieser Maschine steckt?

Erscheckend, Faszinierend und anders. Das Buch hat mich von der ersten bis zur lertzen Seite begeistert mit einem Thema, das es in Zukunft auch in der Realität geben könnte. Es bearbeitet aber auch Mobbing, Verlust und Einsamkeit. Lydia ist auf so viele Arten geschädigt, dass sie einen Ausweg gesucht hat und den hat ihr Henry geboten. Sie hatte jemandem zum reden, der für sie da war und wer weiß, was sie ohne ihn getan hätte. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da es mich so gefangen genommen hat. Von mir gibt es volle 5 Sterne.

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