[Rezension] Hush – Verbotene Worte

Quelle: loewe-verlag.de

Titel: Hush – Verbotene Worte
Autor: Dylan Farrow
Verlag: Löwe
Preis: 19,95€ [D] || 20,60€ [A]
Seiten: 416

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Bücher sind gefährlich.
Tinte kann tödlich sein.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem Sprache Macht bedeutet. Mit eiserner Hand regieren die Barden über das verarmte Volk. Denn nur sie können mit ihren Worten die Magie kontrollieren. Shae fürchtet sich umso mehr vor ihnen, weil sie ein Geheimnis hat: Alles, was sie stickt, wird lebendig. Aber dann passiert etwas, das ihr keine Wahl lässt, als Antworten bei den Barden zu suchen. Und schnell lernt Shae, wie mächtig Worte wirklich sein können …

Quelle: loewe-verlag.de

Zuerst färben sich die Adern im Handgelenk blau, damit fängt es an.


Das Cover ist nicht ganz mein Fall, da die Person nicht zu Shae passt. Die Augen passen auch eher zu einem anderen Charakter, aber es geht ja nicht nur ums Cover. Ich mags nicht so gern, aber die Veredelungen sind wirklich toll.


Der Schreibstil der Autorin war gut zu lesen, aber man merkt, dass es ein Debüt ist. Manchmal gab es Wiederholungen und es wurde sprunghaft von einem Ort an den nächsten gewechselt, da war ich manchmal recht verwirrt. Ansonsten ging es aber gut und flott zu lesen. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Shae.


Zu Beginn lernt man Shae kennen, die kein einfaches Leben hat. Außerdem glaubt sie, dass sie verrückt wird und will die Barden, die zu ihnen ins Dorf kommen um Hilfe bitten. Als das Schicksal aber wieder zuschlägt muss sie sich entscheiden, was sie tun will.

Der Einstieg in das Buch ist mir recht leich gefallen, im Prolog wird erklärt, was es mit der Krankheit auf sich hat und wieso Bücher und Wörter in dieser Welt gefährlich sind. Leider wurde bis zum Ende nicht erklärt, woher diese Krankheit überhaupt kommt und allgemein war mir der Weltenbau ein wenig zu schwach. Ich konnte mir nicht viel vorstellen unter dem Dorf, in dem Shae lebt und das Hohe Haus wirkte irgendwie wie die Halle in Harry Potter, in der sich die Treppen immer verändern. Der Weltenbau ist eindeutig noch ausbaufähig, dennoch kam ich schnell in die Geschichte von Shae.

Schon bald lernen wir auch Mads und Fiona, zwei Freunde von Shae kennen. Diese blieben für mich leider recht flach und Mads war mir ab der ersten Sekunde an unsympathisch. Er mag Shae und sie mag ihn auch, sieht ihn aber irgendwie als Trostpreis, da sonst niemand etwas mit ihr zu tun haben möchte. Irgendwo konnte ich ihre Einstellung verstehen, aber ich fand es unfair ihre einzigen Freunde so zu behandeln, als wären sie eben ein Trostpreis. Durch die Gedanken von Shae wirkte es recht oft so, das hat sich zum Glück gegen Ende gebessert und sie hat erkannt, was sie an den beiden wirklich hat. Auch die anderen Charaktere, wie Cathal, Ravod oder Kennan waren für mich nicht greifbar. Sie wirkten ein wenig wie Statisten, die eben dann auftauchen, wenn es gerade passt, aber ansonsten keine größere Rolle spielen. Besonders Ravod hätte man noch mehr einbinden können, da er immer mehr Szenen in dem Buch bekommt. Wenn die Autorin das im zweiten Band besser macht, kann der wirklich gut werden.

Einen letzten Kritikpunkt habe ich noch. Oftmals wirkten die Geschehnisse zusammenhanglos. Man kann sich es so vorstellen. Im ersten Satz geht Shae eine Treppe hoch und im zweiten Satz isst sie Brot. Beide Dinge haben nichts miteinander zu tun, aber ungefähr so waren die Szenenwechsel manchmal in dem Buch und das hat mich ein wenig aus dem Konzept gebracht. Die zusammenhanglosen Szenen sind auch das, was mich am meisten gestört hat.

Die Geschichte selbst ist gut, nicht überragend und eindeutig für jüngere Leser, da sie nicht so anspruchsvoll ist, aber dennoch konnte sie mich unterhalten. Einige Szenen hätte man auslassen können und dafür andere besser ausbauen, denn manche waren wirklich nur Lückenfüller, aber insgesamt mochte ich es doch ganz gern. Man liest zuerst von Shaes Leben im Dorf und dann vom Hohen Haus, wo sie sich Hilfe erhofft. Man weiß schon recht früh, wer der Böse ist und kann sich auch denken was er will, aber das hat mir nicht die Spannung genommen. Zu viel sollte sich niemand erwarten, aber für Zwischendurch ist das Buch ganz nett. Viele Leser werden von beginn an wissen, wie es enden wird, aber irgendwie macht das Buch trotzdem Spaß.

Was mir besonders gefallen hat war, dass es keine aufdringliche Liebesgeschichte gibt. Shae ist auch nicht der Charakter dazu, da sie sehr naiv ist und sich eventuell von einem Mann, der ihr schmeichelt, leicht ausnutzen lässt, aber soweit lässt es die Autorin gar nicht kommen. Die Liebesgeschichte spielt sich im Hintergrund ab und nimmt keinen großen Raum ein, ich habe sie auch beim Lesen nicht vermisst, es würde gar nicht zu dem Buch passen.

Ich hab mit dem Buch einige Probleme und trotzdem hat es mir sehr viel Spaß beim Lesen gemacht und ich wollte auch immer wissen, was noch passiert. Das spricht auf jeden Fall für das Buch. Ich hoffe, dass die Autorin den zweiten Band besser ausarbeitet und unwichtige Dinge einfach weglässt, dafür andere mehr bearbeitet, dann wird es auch schon besser und spannender. Die Charaktere blieben mir ein bisschen fern, da man außer Shae niemanden wirklich kennen lernt, dennoch freue ich mich irgendwie auf den zweiten Band. Ich gebe dem Buch vier Sterne, weil es mich doch sehr gut unterhalten hat.

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