[Rezension] Someone New

Someone New - Laura Kneidl - PB
Quelle: luebbe.de

Titel: Someone New
Autorin: Laura Kneidl
Verlag: Lyx
Preis: 12,90€ [D] || 13,40€ [A]
Seiten: 534

 

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inhalt

Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.
Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …
Quelle: luebbe.de

meinung

Wie lange muss ich das wohl noch ertragen?


Das Cover ist mir sofort aufgefallen und war mit ein Grund für den Kauf des Hardcovers. Ich liebe Cover mit einem solchen Rauch drauf, es sieht einfach besser aus als ein halb nackter Mann oder ein sich küssendes Paar. Hier wird dadurch auch nichts von dem Inhalt verraten und man kann sich ohne Vorstellungen der Figuren an die Geschichte wagen.


Der Schreibstil der Autorin war flüssig und gut zu lesen, wie auch schon in ihren anderen New Adult Romanen kam ich dadurch sehr schnell voran. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Micah, wodurch man sie und ihre Gedankenwelt besser kennen lernt. Es gab oft viele Beschreibungen und Ausschweifungen, was ich persönlich aber nicht wirklich schlimm fand.


Zu Beginn lernt man Micah kennen. Sie ist recht wohlhabend und bei einem Dinner ihrer Eltern trifft sie auf Julian. Dieser wird dann dank ihr gefeuert, was ein blödes Missverständnis war, aber schon bald treffen sie sich wieder, denn sie werden Nachbarn.

Ich werde die Rezension bis zu einem gewissen Punkt spoilferfrei halten und den Bereich mit Spoiler dann kennzeichnen.

Mit „Berühre mich. Nicht.“ hat mich die Autorin voll von sich überzeugt, dann habe ich eben auch dieses Buch sofort lesen müssen. Ich kam sehr gut in die Geschichte hinein, was auch dem grandiosen Schreibstil geschuldet ist. Micah war mir eigentlich gleich sympathisch, sie mag Comics, versucht selbständig zu leben (auch wenn die Eltern alles bezahlen) und ihr ist die Familie wichtig. Recht schnell taucht dann auch Julian auf, den ich sofort noch mehr mochte, da er einfach ein Sunny-Boy ist und auch vor anzüglichen Kommentaren nicht zurück schreckt. Er ist auch keiner, der Mädchen schlecht behandelt, dem bin ich sowieso schon überdrüssig.

Wir allen kennen es schon, das Buch ist wichtig und es werden viele Randgruppen dargestellt. Tausende Blogger haben das schon erläutert, daher gehe ich darauf nicht näher ein. Mich hat nicht gestört, dass so viele diverse Charaktere vorkamen und ihre Geschichte nicht ausführlich genug erzählt wurde, es war viel mehr die Fülle an Charakteren selbst. Ich kam immer wieder durcheinander, wer denn nun wer ist und habe es erst am Ende richtig geschafft mir alle zu merken. Es wären nicht alle Charaktere nötig gewesen, vor allem da von vielen die Geschichte angeschnitten wurde, aber dann nicht mehr darauf eingegangen wurde. Da blieben sie dann doch recht blass für mich.

Die Geschichte selber ist eher langsam, es wiederholen sich Situationen immer und immer wieder, bis dann endlich was passiert. Mich hat das nicht sonderlich gestört, da ich komplett in dem Buch abgetaucht war, aber 100 Seiten weniger hätten das gleiche Ergebnis geliefert. Micah versucht allein zu leben, will ihren Bruder finden und sich dann auch noch mit Julian anfreunden. Dies ist der wesentliche Inhalt. Davon hat mir die Liebesgeschichte am besten gefallen, da sich die Beziehung zwischen ihr und ihren Eltern nicht von der Stelle bewegt hat. Es waren immer wieder die gleichen Dialoge und Anschuldigungen, daher gabs da nicht so viel Neues. Das gleiche gilt für die Suche nach ihrem Bruder, der vor einigen Monaten von zu Hause abgehauen ist.

Bleibt also die Liebesgeschichte. Die beiden kommen sich langsam näher, zuerst will Julian nichts mit ihr zu tun haben, doch sie bleibt hartnäckig und geht ihm gewaltig auf den Keks, bis er was mit ihr macht. Mich hätte das schon sehr gestört. Danach wird es aber besser, er hilft ihr bei der Wohnung und sie erfährt immer mehr über sein Leben, auch dass er und seine Eltern zerstritten sind. Langsam baut sich etwas auf und im letzten Drittel gestehen sie sich dann auch die Gefühle ein. Ich fand es wirklich gut gemacht, denn ihm wahren Leben trifft man auch selten jemanden, in den man sich sofort verliebt, daher ist dieser Werdegang einmal sehr realistisch. Durch die kurzen Geschichten der anderen Charaktere wurde es dann auch nicht so langweilig.

dav

Was mich aber gewaltig gestört hat war, dass Micah sich in die Beziehung von den Mitbewohnern von Julian eingemischt hat. Sie hat einfach so für die beiden ein Date organisiert und wäre ich eine der betroffenen Personen gewesen, hätte ich ihr den Vogel gezeigt. Das hat mir schon beim Lesen nicht gefallen und ich mag es auch jetzt noch nicht.

Gegen Ende kommt dann das Drama hinzu, wenigstens gibt es hier keinen Streit zwischen den Protagonisten, sondern ein Familiendrama. Auf beiden Seiten. Das von Micah war vorprogrammiert, das von Julian aber hat mich überrascht. Ab diesem Moment wurde auch das Finale eingeleitet und noch mehr Geheimnisse von ihm kommen ans Licht. Spät aber doch.

Spoiler Start

Julians Vater hat einen Herzinfarkt erlitten, daher fliegen er und Micah zu der Beerdigung. Auf dieser erfährt man dann, dass Julian früher ein Mädchen war und sich umoperieren hat lassen. Dieses Geständnis kam sehr abrupt und plötzlich. Eigentlich hätte ich gedacht, dass hier eine längere Erklärung folgt, aber er hat das einfach so raus. Bam! Wenn man sich schon einmal mit dem Thema beschäftigt hat, konnte man das schon früher wissen. Es gab Anzeichen, was ich jetzt auch weiß. Doch wenn man wenig, oder so wie ich, fast gar nichts, mit Menschen, die trans sind, zu tun hatte und sich nicht mit dem Thema beschäftigt hat, konnte man es schlecht wissen.

Auf jeden Fall fiel Micahs Reaktion darauf sehr positiv aus. Sie nimmt es einfach so hin und liebt ihn weiter. An sich ja richtig und gut, aber es wird in dem Buch nur kurz erwähnt, dass sie ihn ein paar Dinge fragt, was weiß man nicht, und dann schlafen sie miteinander. Ich glaube, dass jeder noch so tolerante Mensch zuerst ein bisschen Zeit braucht, um so ein Geständnis zu verarbeiten und sicherlich auch mehr Fragen hat. Die Autorin hätte das so gut einbauen können, sie hätte damit dem Leser noch mehr Informationen geben können und beide Seiten beleuchten können. Denn Julian erzählt, wie es dazu kam, wie es mit seinen Eltern war und wie er sich zu welche Operationen entschieden hat. Hier hätte ich mir einfach mehr gewünscht, es war für sie einfach viel zu schnell ok.

Spoiler Ende

Das Ende selber war dann nochmal sehr schön, es wurde gezeigt, was aus Micah und Julian wurde und was sie nun vorhaben. Auch ein paar andere Charaktere fanden nochmal kurz Erwähnung und dann war das Buch auch schon aus. Für so viel Geschichte ein sehr schnelles Ende.

fazitIch habe etwas ganz anderes erwartet und wurde positiv überrascht. Es gibt kein typisches Drama, es werden Randgruppen angesprochen und das eigentliche Thema des Buches wird halbwegs gut behandelt. Dadurch, dass ich mich von Spoilern fern gehalten habe, wusste ich sehr wenig und war dadurch noch mehr gefesselt und überrascht, daher lest das Buch, ohne vorher Spoiler zu lesen! Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen, ich flog nur so durch die Seiten aber durch die Kritikpunkte vergebe ich nur 4 von 5 Sterne.

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Ein Kommentar zu „[Rezension] Someone New

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