[Abbruch-Rezension] Darien – Die Herrschaft der Zwölf

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Quelle: randomhouse.de

Titel: Darien – Die Herrschaft der Zwölf
Autor: Conn Iggulden
Verlag: Heyne
Preis: 14,99€ [D] || 15,50€ [A]
Seiten: 416

 

 

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inhalt

Darien ist die Hauptstadt eines mächtigen Königreiches. Seit tausend Jahren regieren von hier aus die zwölf mächtigsten Familien das Land. Doch diese Ära neigt sich dem Ende entgegen, denn König Johannes ist schwach und ängstlich. Als das Militär einen Mordanschlag auf den König plant, um den Thron für einen starken Herrscher frei zu machen, ändert sich das Leben von fünf ungleichen Helden für immer: Ein Jäger, ein Krieger, ein Dieb, eine Magierin und ein Wesen aus einer längst vergangenen Zeit – sie alle führt ihr Weg aus den entferntesten Ecken des Reiches nach Darien, denn nur gemeinsam können sie ihre Welt vor dem Untergang bewahren…

Quelle: randomhouse.de

meinung

Vielen Dank an den Verlag, für das Rezensionsexemplar!


Elias Post war ein Jäger. Und zwar ein guter.


Das Cover finde ich persönlich recht schön, es gibt natürliche bessere, aber hier lässt wirklich nichts auf den Inhalt schließen, man sieht nur eine leuchtende Klinge und eine Hand, das kann ein Ritter aber auch ein Magier oder Bauer sein. Die Gestaltung an sich ist also ansprechend, mich stört nur, dass der Autorenname so groß geschrieben ist.


Mit dem Schreibstil des Autors hatte ich so meine Probleme. Das Buch ist im allwissenden Erzählstil geschrieben und wechselt daher oft die Sichtweise. Einmal folgt man diesem Charakter, dann einem anderen, was auch ok wäre, wenn dieser Wechsel nicht in jedem Kapitel ungefähr drei Mal vorkommen würde. Dadurch war ich nur verwirrt und es gab keinen richtigen Lesefluss für mich. Weiters wiederholen sich sehr oft Dinge. Mir fällt sowas selten auf, aber hier habe ich dann den gleichen Satz rund 5 Mal gelesen und da reichte es mir auch, so als würde ich alles innerhalb von zehn Seiten vergessen. Bei diesem Schreibstil hat mich viel gestört, auch dass manche Beschreibungen zu bildlich und ausschweifend, dafür andere nicht vorhanden waren. Bekam man an einer Stelle zu viele Informationen, fehlten sie an einer anderen.


Zu Beginn lernt man viele Charaktere kennen, die drei im Klappentext angesprochenen sollen wahrscheinlich Nancy, Arthur und Elias sein, wobei es Charaktere gibt, die mehr Auftritte haben. Ich weiß gar nicht, wie ich beschreiben soll, um was es geht, denn in den zweihundert Seiten, die ich gelesen habe, ist irgendwie nichts passiert.

Nach etwas mehr als der Hälfte wollte ich mich nicht weiter mit einem Buch quälen, das mich nicht packen konnte. Wie ich oben schon geschrieben habe, hatte ich sehr viele Probleme mit dem Schreibstil und habe daher auch nie mehr als 50 Seiten am Stück geschafft, das war dann aber schon ein Rekord. Der Einstieg in die Geschichte war ziemlich schwer, da man zuerst so viele Informationen und Namen aufgetischt bekommt und irgendwie keine Zeit hat alles zu verarbeiten. Ich wurde von den vielen Infos regelrecht erschlagen und auch nach mehreren Seiten wusste ich nicht genau, wer nun wer ist, da die Perspektiven so oft wechseln.

Die Geschichte splittet sich zuerst in drei Geschichten, die dann irgendwann zusammen führen sollen, wobei ich bei der Hälfte keinen wirklichen Zusammenhang erkennen kann. Zuerst lernen wir Elias kennen, er ist ein Jäger und sehr angesehen in seinem Dorf. Elias macht in diesen zweihundert Seiten nichts anderes, als zu versuchen seine Familie vor einer Seuche zu retten. Dafür pokerte er mit den falschen Leuten und wird einem General überbracht, der einen besonderen Auftrag für Elias hat, denn Elias hat magische Kräfte. Diese waren für mich nicht so toll, da er sie nicht gerne vor anderen einsetzt und daher auch nie offen zeigt. Es gab einfach keine magischen Momente in seiner Geschichte. Als Elias gerade begann sich auf den Weg zu machen, um diesen Auftrag zu erfüllen, habe ich aufgehört. Seine Geschichte war irgendwie die Spannendste von allen.

Unser zweiter Hauptcharakter ist Arthur, ein kleiner Junge, der erst zehn Jahre alt ist. Er kommt schon recht schnell zu Tellius, der ihm besondere Schritte beibringt. Seine Geschichte fand ich von vorne bis hinten langweilig, da Arthur nicht sonderlich viel macht und wenn er was macht, dann nur weil Tellius es sagt. Doch meist geht das gar nicht gut aus. Arthur war für mich einfach nur ein naiver Junge, es kam dann zwar heraus, was seine Kräfte sind, doch trotzdem konnte ich mich nicht für ihn begeistern. Er war ungreifbar für mich.

Die dritte im Bunde ist Nancy, ein Mensch, der jegliche Magie verschwinden lässt, wenn sie in der Nähe ist. Darum glaubt sie selber auch nicht daran. Als sie mit einem Mann schläft, kann er es zuerst nicht glauben, doch dann will er ihre Kräfte nutzen, um ein Grab in der Wüste aus zu rauben. Dieses wird von starker Magie beschützt und mit ihr glaubt er hinein zu gelangen. Die Handlung hier besteht einzig aus reden, was sie nicht gerade spannend macht. Nancy war zu egoistisch und verklemmt, als dass ich sie wirklich mögen könnte. Ihre Geschichte habe ich zu dem Zeitpunkt beendet, als sie wieder Richtung Heimat aufbrechen möchten.

Alle Charaktere blieben für mich zu flach und ungreifbar, durch die vielen Sichtwechseln kann man sich auf keinen ganz einlassen und baut daher keine Verbindungen auf. Ich muss sagen, mir waren alle Personen egal, mich interessierte es einfach nicht, was nun aus ihnen wird. Die Handlung war auch nicht super spannend, ich habe mir durch den Klappentext etwas ganz anderes erwartet, aber bei der Hälfte sind die drei Handlungen noch nicht zusammen gekommen. Ich wollte nicht mehr warten, bis dies endlich passiert. Ich habe mir Magie und viel Blut erwartet, doch bekommen habe ich nur ein bisschen Hokus Pokus und viel Gerede.

Vielleicht war ich einfach nicht in der richtigen Stimmung, aber ich habe auch nicht vor, dass ich es nochmal versuche. Das Fazit und die Bewertung entfallen, da ich es nicht zu Ende gelesen habe.


Weitere Meinungen

Miss Naseweis | Libellchen

 

4 Kommentare zu „[Abbruch-Rezension] Darien – Die Herrschaft der Zwölf

  1. Ich muss jetzt doch mal ein Kommentar hinterlassen, weil ich es ungemein beruhigend finde, wenn ich so eine Rezension lese. Das ist auch ein Grund, warum ich deinem Blog so gerne folge, liebe Jessi. Du sagst klipp und klar, wenn du mit einem Buch nicht zurecht kommst, und das finde ich auch richtig so.
    Tatsächlich arbeite ich mittlerweile mit Verlagen zusammen (nächstes Jahr erscheint z.B. eines im Talawah-Verlag), trotzdem werde ich weiterhin ebenso Bücher im Self Publishing veröffentlichen, quasi als Hybrid-Autor.
    Man liest immer wieder Artikel, wie gering die Qualität bei Büchern im Eigenverlag ist und wie Amazon mit KDP „angeblich“ den Büchermarkt zerstört (aktuell war mal wieder ein Artikel im Spiegel). Ja, es gibt viel Schund dort draußen, es gibt aber ebenso viele hochwertige Bücher, die Verlagsbüchern in nichts nachstehen. Ich finde diese Diskussion viel zu verallgemeinert, um wirklich eine Aussage treffen zu können. Da kommen dann aber deine Rezensionen ins Spiel, denn sie beweisen, dass es einige Self Publisher problemlos mit Autoren aus den ganz großen Verlagen aufnehmen können (natürlich sind Geschmäcker verschieden, es ist aber dennoch ein gutes Beispiel). Und das finde ich toll und eine sehr gute Entwicklung. Nur weil ein Buch von einem großen Verlag kommt und Internationaler Bestseller (oder Bestsellerautor) drauf steht, sagt das noch lange nichts über Inhalt und Qualität. Auch ich habe ein Korrektorat mit Lektorat, Testleser und buche Werbung über verschiedene Plattformen. Wenn ein Buch gut ist und überzeugt, dann ist es unerheblich, wie es veröffentlicht wurde.
    Dies soll keinesfalls als Kritik an Verlagen gewertet werden, ganz im Gegenteil: Wie ich bereits schrieb, veröffentliche auch ich mittlerweile in Verlagen. Ich finde diese Rezension aber ein interessantes Beispiel für die momentane Entwicklung und bin gespannt, was da noch kommen wird.

    So, Pascal Ende. ;)

    PS: Ich habe mir das Buch auch geholt und nach 50 Seiten weggelegt. Der Autor macht zu viele Fässer auf, verliert sich in Details und nimmt der Story dadurch den Lesefluss – auch wenn sie bestimmt einige Leser überzeugen kann.

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Pascal,
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es ja selber schrecklich, dass viele Leser davon ausgehen, dass Bücher von Selfpublishern von Haus aus schlecht sind. Ich sehe öfter Beiträge, in denen jemand meine, er lese keine SP Bücher, da die alle nicht an Verlagsbücher rankommen. Natürlich gibt es manche SP Bücher, die schlecht sind, aber genauso gibt es Verlagsbücher, die ebenso schlecht sind. Ich habe letzten Monat viel aus dem Drachenmond Verlag gelesen und die Qualität der neuen Bücher ist viel schlechter, als die der alten aus den Verlag. Es gibt so viele Fehler und die Geschichten sind einfach nicht gut. Also es gibt immer wieder Verlagsbücher, die nicht gut sind und Darien war für mich so eines. Es passierte NICHTS und es gab so viele Personen, die ich nicht auseinander halten konnte, da sie keine wirkliche Persönlichkeit hatten.
      Dein Kommentar ist wirklich super und ich bin schon mega gespannt auf dein Verlagsbuch! Der Talawah Verlag hat mich bis jetzt noch nie enttäuscht, die veröffentlichen nicht viel auf einmal, aber was sie machen ist immer super.

      Liebe Grüße, Jessi :)

      Gefällt mir

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