[Rezension] Berühre mich. Nicht.

Quelle: amazon.de

Titel: Berühre mich. Nicht.
Autorin: Laura Kneidl
Verlag: Lyx
Preis: 12,90€ [D] || 13,40€ [A]
Seiten: 464

 

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inhaltAls Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …

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meinung

Ich habe keine Angst. Die Angst ist nicht real.


Das Cover von dem Buch ist wahrlich ein Hingucker. Bereits als es in der Vorschau des Verlags gezeigt wurde, war ich hin und weg. Die Farben passen sehr gut zusammen und es ist kein typischen New/Young Adult Cover mit Menschen oder Pärchen darauf. Die Blumen und die Unterbrechungen passen mit der Schrift super zusammen und ergeben dadurch ein tolles Bild.


Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, das Buch ist aus Sicht von Sage geschrieben. Dadurch kann man in ihren Kopf schauen und ihre Gedanken sehr gut mitverfolgen, diese hat die Autorin sehr authentisch beschrieben. Allgemein sind die Beschreibungen in dem Buch wirklich gelungen. Man kommt durch den tollen Schreibstil sehr schnell weiter und fliegt nur so durch die Seiten.


Zu Beginn lernt man Sage kennen, die frisch nach Mellview gezogen ist, um dort aufs College zu gehen. Da sie aber noch Geldprobleme hat, wohnt sie in ihrem Auto. Schnell findet sie eine Freundin, die ihr auch helfen möchte, was diese aber nicht weiß, ist dass Sage einige Probleme hat.

Es gab zwei Gründe, warum ich dieses Buch eigentlich nicht lesen wollte. Erstens: Ich habe bereits ein Buch der Autorin gelesen und es hat mir gar nicht gefallen. Zweitens: Der Hype. Als ich dann einkaufen war und das Buch gesehen habe, habe ich den Klappentext nochmal gelesen und war dann richtig begeistert, nun habe ich es zusammen mit ein paar Mädels in einer Leserunde gelesen und ich bin froh, es getan zu haben!

Der Einstieg fiel mir recht leicht, der Schreibstil und auch Sage selber haben dazu beigetragen. Man erfährt noch nicht, was ihr alles zugestoßen ist, merkt aber bereits auf den ersten Seiten, dass sie ein großes Päckchen mit sich herumtragen muss. Sage mochte ich eigentlich sofort, obwohl sie gegenüber Männern nicht gerade aufgeschlossen ist, ist sie ein sehr liebenswerter Mensch und achtet auch sehr auf andere. Dies merkt man gleich, als sie April trifft. Sie möchte sie nicht mit ihren Problemen belasten und alles selber auf die Reihe kriegen. Natürlich muss sie irgendwann Hilfe annehmen, doch Sage möchte das einfach noch nicht.

Es ging dann recht schnell weiter mit der Handlung, sie besucht ihre Kurse und redet auch mit Männern, mit ein paar freundet sie sich sogar an. Bereits hier kann man sich als Leser denken, was ihr passiert ist und wieso sie Männern nicht vertraut. Die Autorin hat es auch gar nicht versucht zu verbergen und ein großes Geheimnis daraus zu machen, was ich ziemlich gut finde. Meist gibt es das Schema, jemand ist neu und hat ein Problem, aber bis zum Ende verrät man nicht, welches, und dieses finde ich mittlerweile schon ziemlich langweilig. Zwar wird hier nie explizit erwähnt, was Sage für Probleme hat, doch es ist offensichtlich.

Bald schon lernen wir auch Luca kennen. Ich liebe die Autorin dafür, dass sie uns hier keinen Bad Boy serviert, sondern einen ganz normalen, lieben Jungen. Luca liest gerne und immer wenn er Zeit hat, er hat einen besten Freund und ein paar Bekannte, zählt aber nicht zu den beliebtesten Typen überhaupt. Er sorgt sich um seine Schwester, mag keine Menschen und betrinkt sich nicht exzessiv. Allerdings nimmt er gerne mal Frauen mit nach Hause, jedoch immer nur für eine Nacht. Dieser Umstand hat in unserer Leserunde eine kleine Diskussion ausgelöst, da dies für manche einfach nicht zu seinem Charakter passt. Ich persönlich finde nicht, dass man ein Bad Boy sein muss, um Mädchen mit nach Hause zu nehmen. Er ist jung, er will seinen Spaß haben und er sagt ihnen immer klipp und klar, dass er nichts Festes will. Meiner Meinung nach ist dies völlig ok.

Unsere zwei Protagonisten sind insgesamt also sehr unterschiedlich. Das versprach schon eine interessante Geschichte zu werden. Sage beginnt im Laufe des Buches in der Bibliothek zu arbeiten, wie es der Zufall will arbeitet auch Luca dort und gezwungener Maßen muss Sage sich mit ihm abfinden. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich wirklich sehr langsam, da Sage immer noch Angst vor Männern hat. Doch schon bald freunden sich die beiden an und Sage merkt, dass er ihr nie etwas antun würde. Ich finde diese Entwicklung in der Geschichte sehr gelungen, man merkt, dass sie einander mögen, dennoch wird hier nichts überstürzt und sie nähern sich langsam an. Ihre Beziehung auf diesem Weg zu verfolgen ist wirklich schön gewesen.

Das Buch gibt nicht viel an Handlung her, es besteht hauptsächlich aus vielen Gesprächen, Sage’s Problemen und ihren Lösungen, Angstzuständen, Annäherungen und Freundschaft. Diese Punkte wechseln sich immer wieder ab, es passiert aber nichts gravierendes, das man unbedingt hervorheben müsste. Natürlich gab es Stellen, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind, doch allgemein passiert eher wenig in dem Buch, dies haben wir in der Lesegruppe auch schon festgestellt. Trotzdem gibt es keine großen Längen in dem Buch, durch den Schreibstil kommt man auch sehr schnell weiter, dadurch fallen kleiner Längen auch gar nicht weiter auf. Erst am Ende kommt noch einmal ein großes Drama, welches natürlich nicht fehlen durfte. Es war alles doch etwas sehr übertrieben, auch die Reaktion von Sage war eher eine Kurzschlusshandlung, aber ich denke, dass man nicht nachvollziehen kann, was in ihrem Kopf vorgeht. Das Ende beschert uns also einen richtig fiesen Cliffhanger, dadurch haben wir in der Gruppe beschlossen, gleich mit dem zweiten Teil weiter zu machen.

Ich habe mir, ehrlich gesagt, nicht sehr viel von dem Buch erwartet, dennoch konnte es mich überzeugen, was vor allem an den Charakteren und der etwas anderen Geschichte lag. Auch die Vergangenheit von Sage spielt hier eine sehr große Rolle, und ich habe mich immer darauf gefreut, mehr über diese zu erfahren. Man bekommt immer wieder Stücken, die einem nur bestätigen, was man schon weiß, trotzdem ist es immer wieder ein Schock es wirklich zu lesen und es nicht nur zwischen den Zeilen zu sehen. Auch die Nebencharaktere waren sehr vielschichtig und anders. April, die Schwester von Luca und beste Freundin von Sage, ist sehr aufgedreht aber ein herzensguter Mensch. Dann haben wir auch noch Connor und Aaron, die sich beide durch ihre sexuelle Orientierung von den anderen abheben und Megan, die beste Freundin aus Maine von Sage, die ein komplett verrückter aber hilsbereiter Mensch ist. Dadurch hat man hier eine tolle Mischung.

fazit

Das Buch hat mich wirklich positiv überrascht, ich hätte nicht damit gerechnet, dass es mir so gut gefällt. Alle Charaktere waren anders und nicht stereotypisch, ebenso war die Geschichte keine typische NA Geschichte, sondern hat einen ernsten Hintergrund und eine tolle Umsetzung zu bieten. Ich vergebe für das Buch, da es hin und wieder ein paar Längen hatte, 4 von 5 Sterne.

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Weitere Meinungen

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2 Kommentare zu „[Rezension] Berühre mich. Nicht.

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