Quatsch mit Büchern

[Quatsch mit Büchern] Wie sich ein Autor bei mir unbeliebt macht

Heute kommt ein Thema, das mich gerade in den letzten Wochen beschäftigt hat. Was ein Autor nicht tun sollte. Anstoß für diesen Beitrag war eine Leserunde auf Lovelybooks. Ich werde nicht lang und breit erklären, was Autoren tun sollten und was nicht, sondern spezifisch auf dieses eine Thema eingehen.

Was will ich eigentlich sagen?

Vor einigen Wochen fand ich eine Leserunde auf Lovelybooks zu einem Fantasy-Buch. Ich habe noch nie etwas von dem Autor, noch von dem Buch gehört, aber der Klappentext klang so spannend, dass ich mich gleich einmal beworben habe. Und ab da fing es an. Ich habe also nochmal alle Teilnahmebedingungen gelesen und dabei ging mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf. Der Autor hat nämlich geschrieben, dass er sich eine Rezension auf Amazon wünschen würde, was ja normal ist und kein Problem darstellt, allerdings meinte er, dass nur jene Personen dort eine Rezension schreiben sollten, die 3 oder mehr Sterne vergeben, da sonst das Ranking bei Amazon sinkt. Bereits da dachte ich mir, was das Problem von dem Autor ist. Meiner Meinung nach sollt es jedem frei stehen eine gute oder eben auch schlechte Rezension auf Amazon zu schreiben. Wenn einem ein Buch nicht gefällt, kann man mit dieser Meinung doch anderen bei der Entscheidung helfen. Dies fand ich dann schon ziemlich dreist, da es so wirkt, als würde er sich nur für die Verkaufszahlen interessieren und im Ranking bei Amazon höher steigen wollen. Liebe AutorInnen, wenn jemanden vorzuschreiben, dass man eine Rezension nicht posten darf, macht AutorInnen, zumindest für mich, sofort unsympathisch und ich denke, jeder Autor oder Autorin hat schon mal eine schlechte Bewertung bekommen, aber davon geht die Welt nicht unter, ich lese immer wieder, dass sich viele Autoren deshalb schlecht fühlen, aber wenn auf jede schlechte 5 gute Rezensionen folgen, ist es ja gar nicht schlimm. Viele lieben eure Bücher, vergesst es nicht.

Dann ging es aber noch weiter.Keine 5 Minuten nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe, hatte ich eine Nachricht in meinem Postfach, und zwar von besagtem Autor. Zuerst dachte ich, dass er sich für die Bewerbung bedanken wolle, aber als ich die Nachricht gelesen habe, musste ich einmal innehalten. Der Autor habe sich meinen Blog angeschaut und gesehen, dass ich auch Interviews mit Autoren führe und ob ich nicht eines mit ihm führen wolle. Höflich habe ich ihm dann erklärt, dass ich Interviews nur mit Autoren führe, von denen ich schon ein Buch gelesen habe, dies hat er verstanden und gemeint, dass wir ja nach der Leserunde eines machen können. Aber sein Schreiben wirkte auf mich so, als wolle er das Interview nur führen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Und es ist ja wohl meine Entscheidung, ob und mit wem ich ein Interview mache. Aber macht nichts, ich habe es eben so hingenommen.

Also vergingen die Wochen und die Leserunde begann. Ich habe brav das Buch gelesen und in den Abschnitt geschrieben, dass ich fertig wäre, ich allerdings die Rezension erst noch schreiben müsste. Kaum war der Beitrag gepostet, hatte ich schon wieder eine Nachricht in meinem Postfach in der es „um das Angebot eines Interviews“ ging. Das hat mich dann aber wüten gemacht, denn ich habe ihm nie angeboten ein Interview zu führen, er hat sich mir einfach aufgedrängt. Weiter hat er in seiner Nachricht geschrieben, dass er nun gerne eines mit mir führen würde und auf das Angebot zurückkommen möchte. Er wollte einfach nicht locker lassen und unbedingt ein Interview auf meinem Blog bekommen, das allein reicht mir schon als Grund, eben keines zu führen. Immer noch höflich habe ich ihm dann geschrieben, dass ich selbst entscheide, mit wem ich ein Interview führe. Wenn ein Autor oder eine Autorin bei mir sieht, dass ich ihr Buch gelesen habe und mich fragt, ob wir nicht ein Interview führen können wäre das ja ok, aber wenn sich mir regelrecht jemand aufdrängt, noch bevor ich überhaupt ein Buch von demjenigen gelesen habe, mache ich dicht.

Dann habe ich also meine Rezension geschrieben, die nicht sehr prickelnd ausfiel, da das Buch einfach nicht mega toll war. Es hatte viele Schwächen, zu viele für mich, um mehr als 3 Sterne zu vergeben. Vielleicht hätte ich ja absichtlich nur 2 vergeben sollen und dann die Rezension auf Amazon posten. Natürlich habe ich meinen Link zu der Rezension auch in der Leserunde gepostet und siehe da, nach meiner kritischen Rezension hatte ich keine Nachrichten mehr in meinem Postfach, der Autor hat sich nie wieder bei mir gemeldet.

Mit dieser kleinen Geschichte möchte ich nur zeigen, dass man sich als Autor nicht aufdrängen soll und keinem verbieten sollte, eine Rezension zu schreiben. Jeder hat eine Meinung zu einem Buch, manchmal sind diese Meinungen schlecht und manchmal gut, aber daran kann niemand etwas ändern, es hängt nur vom Leser selbst ab. Dies soll aber ein Beispiel sein, wie man sich nicht verhalten sollte, man kann keine Blogger zwingen, das Buch toll zu bewerten oder den Autor vorzustellen. Ich persönlich mache das lieben gern, wenn der Autor oder die Autorin mir bekannt sind, ich bereits ein Buch von ihm/ihr gelesen habe, oder er/sie einfach nett fragt. Allerdings möchte ich einen solch dreisten Autor, der sich mir immer wieder aufgedrängt hat, nicht auf meinem Blog vorstellen. Ich fand es dann wirklich nicht mehr ok.

Was meint ihr zu der ganzen Sache, wie hättet ihr reagiert?

 

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23 Kommentare zu „[Quatsch mit Büchern] Wie sich ein Autor bei mir unbeliebt macht

  1. Liebe Jessie,
    ich hätte genauso reagiert wie du. Wenn ich auf meinem Blog etwas poste, dann möchte ich das auch mit gutem Gewissen tun und mich nicht zu etwas drängen lassen. Das Verhältnis zwischen Autor und Blogger beruht schließlich eher auf netten, unverfänglichen Verhältnissen. Allerdings ist es auch schon ein paar Mal vorgekommen, dass ich mir im Nachhinein gedacht hätte, dass ich besser nichts zugesagt hätte oder an der Leserunde teilgenommen hätte. Hier hätte ich mich vermutlich nicht beworben – wie du schon so treffend sagst, kann man die Meinung des Bloggers nun mal nicht beeinflussen. Und konstruktive negative Kritiken sind ja auch für den Autor gut, um sich weiterzuentwickeln. Da finde ich die Aussage des Autors, die Rezension auf Amazon nur ab drei Sterne aufwärts zu veröffentlichen, einfach falsch.
    Liebe Grüße,
    Michi

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    1. Hallo Michi,
      Vielen Dank für deine Rückmeldung, das Buch hat sich wirklich gut angehört, darum habe ich mich dann doch beworben. Es schien auch so, als würde der Autor nicht gut mit Kritik ungehen können, denn bei den ersten Kapitel habe ich noch gelobt und dann immer mehr Kritikpunkte angesprochen, da hat er dann schon ohne Smileys geschrieben und war recht kurz angebunden.

      Gefällt 1 Person

      1. Ich finde so etwas geht nicht. Ich meine es ist doch klar, dass man vermutlich Kritik bekommen wird in einer Leserunde, wo man sich direkt mit den Lesern austauscht. Natürlich ist Kritik nicht schön, aber man sollte bei berechtigter Kritik drüber nachdenken und es vielleicht auch umsetzen. Zum Glück gibt es da auch noch andere Autoren 🙂

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  2. Hallo Jessie,

    ich glaube, dass ich auch so, wie du reagiert hätte. Persönlich hatte ich es jetzt glücklicherweise noch nicht, dass sich jemand aufgedrängt hatte. Ich hatte es allerdings auch schon, dass ich über Lovelybooks von Autoren zu Leserunden eingeladen wurde, bei diesen habe ich mich aber meist nicht beworben, weil die Bücher nicht meinen Geschmack getroffen haben.

    Lg, Eva

    Gefällt 2 Personen

  3. Hallo Jessie,

    also ich muss sagen, dass mich dein Beitrag echt überrascht. Da fragt man sich wirklich, wie manche Menschen ticken. Deine Reaktion​ war in jedem Fall richtig. Ich finde es unmöglich sich so aufzudrängen. Zumal, jeder Autor Angst vor schlechter Kritik hat aber damit muss man halt leben.
    Lg

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  4. Hallo Jessie,

    in meinen Augen hast du völlig richtig reagiert. Dieses Aufdrängen ist wirklich unangemessen und spricht nicht für die jeweilige Person. Zum Glück sind nicht alle Selfpublisher so. Bleib dir auch weiterhin selber treu und ehrlich, damit fährst du am besten.

    Liebe Grüße

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  5. Das mit der Amazon Rezension finde ich unerhört. Blogger sind in solch einer Situation dazu verpflichtet ihre Meinung zu äußern und sich nicht von jemandem beeinflussen lassen. Diese Mindestgrenze von 3 Sternen ist also unverschämt.
    Das mit dem Interview finde ich noch nicht mal verkehrt, also dass er sich bei dir gemeldet hat. Nur wenn er dann so aufdringlich wird, ist es daneben.

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    1. Eben, er wollte aber im Ranking aufsteigen und dafür sind weniger als drei Sterne eben nicht hilfreich.
      Hätte er sich nur einmal gemeldet, wärs ja ok gewesen, ich wäre dann, hätte ich eins mit ihm führen wollen, auf ihn zugekommen, aber dann war er richtig aufdringlich. Naja, nach mein Rezension hat er keinen Mucks mehr gemacht 😀

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  6. Oha ganz schön dreist derjenige :O
    Finde ich auch geht gar nicht, aber du bist ja leider nicht die einzige von der ich schon sowas gehört habe. Aber es gibt ja auch viele sehr nette Autoren, insgesamt kann man eine gute Resonanz ziehen. Andersrum gibt es ja auch einige sehr dreiste Blogger, die du am liebsten anschreien würdest für den Mist den sie abziehen
    Lg Moana

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  7. Ich hätte da von vornherein erst gar nicht teilgenommen. Wenn jemand schon vorgeben muss, dass es mindestens drei Sterne sein sollen, würde ich mir denken, dass es wohl nicht gut genug ist, um die von alleine zu bekommen.

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  8. Ich schäme mich gerade für den Kollegen/ die Kollegin. Einerseits erwarten wir Autoren von den Bloggern eine gewisse Professionalität und dann kommt so etwas.
    Ich kann dich sehr gut verstehen und finde es gut, dass du sachlich und ruhig geblieben bist (was auch wieder für deine Professionalität spricht).
    Ansonsten fehlen mir das gerade echt die Worte …

    Liebe Grüße,
    Melissa (die hofft, dass du durch diese Begebenheit dennoch weiter Interviews mit ausgewählten Autoren führst und auch weiterhin mit Spaß und Freude an Leserunden teilnehmen wirst.)

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  9. Hallo Jessi!

    Wow, das war wirklich dreist. Es ist traurig von solchen Komikern zu lesen.

    Dir muss ich ein großes Lob aussprechen. Ich weiß nicht wie ich in so einer Situation reagiert hätte, wahrscheinlich nicht so höflich wie du.
    Also gut gemacht und danke für deine tolle Website!

    LG CK

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