Autoreninterview

[Autoreninterview] Jordis Lank

Diesen Monat stelle ich euch wieder eine ganz liebe und tolle Autorin vor. Ich habe bereits den ertsen Teil ihrer Trilogie gelesen und war begeistert! Darum habe ich mich auch sehr gefreut, als sie zugestimmt hat ein Interview mit mir zu führen.

Kurz über die Autorin:

Profilbild_Jordis_2015
Quelle: jordis-lank.de

Ich kam Anfang der siebziger Jahre im äußersten Zipfel des Bergischen Landes zur Welt. Zusammen mit vierzehn Hühnern, einem Hahn, 623.484 Bienen und geschätzten fünf Kaninchen wuchs ich in einem riesigen, halbwilden Garten auf, veranstaltete Schneckenwett- rennen und konnte aus Baumrinde ohrenbetäubend laute Hupen basteln.

Mit acht Jahren riss ich zusammen mit meinem Papa sämtliche Birkenschösslinge in der Umgebung aus und steckte stattdessen Weidenäste in den Boden – die waren nämlich viel besser für die Bienen.

Nach Abitur und Ausbildung zur Industrieinformatikerin arbeite ich seither im wissenschaftlich-technischen Bereich. Aber die Freude am draußen sein ist geblieben – genau wie eine große Anzahl imposanter Weidenbäume in der Gegend.

Wenn ich nicht gerade schreibe, dann werfe ich Bälle und Keulen in die Luft, suche verborgene Schätze per GPS oder spiele mich mit Freunden durch meinen Brettspielestapel. Irgendwie ist in mir immer noch ein großes Kind, das Spielen und Lachen und Unsinn machen will, aber hey – ich hoffe, das ist auch noch so, wenn ich 80 bin 🙂

Ihre Bücher:

  1. Rauklands Sohn (Rezension)
  2. Rauklands Blut
  3. Rauklands Schwert

Durch Klick auf den Titel kommt ihr zur Amazonseite des jeweiligen Buches, zu Band 1 habe ich ebenfalls meine Rezension verlinkt.

Das Interview:

 1. Schön, dass du dieses Interview mit mir führst. Stell dich doch mal kurz vor.

Danke, dass auf deinem Blog dabei sein darf, liebe Jessi! Ich heiße Jordis Lank und bin die Autorin der Raukland-Trilogie.

2. Wie kamst du auf die Idee zu deiner Raukland Trilogie?

Irgendwie ist Raukland zu mir gekommen 😉 Ich war immer schon fasziniert vom Mittelalter, wo noch eine andere Art von Mut notwendig war, als in unserer heutigen Zeit. Und dann kam mir die Idee, von einem Königssohn, der unter einem grausamen Vater aufwächst, und nie gelernt hat, was Freundschaft und Liebe sind. Er wird auf eine nordische Insel verbannt, die so ganz anders ist als sein raues und unerbittliches Heimatland – und diese Reise verändert Ronan und Raukland für immer.

 3. Planst du auch schon neue Bücher? Wenn ja, wie lange wird es noch dauern?

Ich habe so viele Ideen, ich werde die niemals alle aufschreiben können – die Geschichten hören einfach nicht auf, zu mir zu kommen. Momentan gibt es aus privaten Gründen eine Schreibpause, aber ich hoffe, ich habe bald wieder Zeit für mein nächstes Herzensprojekt. Es wird vom Genre her jedenfalls so sein wie Raukland, so viel kann ich schon mal verraten 🙂

4. Ist das Schreiben für dich mehr ein Hobby oder eine Berufung?

Es ist eine Herzensangelegenheit. Das Schreiben trägt seine Belohnung in sich: Es ist ein großartiges Gefühl, in einer Geschichte zu versinken und all die Figuren und Orte zum ersten Mal zu entdecken – pure Glückseligkeit!

 5. In deiner „Über mich“-Beschreibung kann man lesen, dass du mit vielen Tieren und in der Natur aufgewachsen bist. Bist du nun auch noch viel und gerne draußen oder eher eine Stubenhockerin?

Ich bin immer noch viel draußen: Ich liebe Geocaching, habe einen riesigen halbwilden Garten und könnte es nicht ertragen, einen ganzen Tag lang nicht vor die Tür zu gehen – höchstens, wenn es Mistforken regnet, wie wir hier sagen – mit den Zinken nach unten 😉 Ich brauche den Wind im Gesicht, die Sonne und das Rauschen der Bäume, drinnen fühle ich mich schnell eingesperrt.

 6. Wenn du einen Charakter aus der Raukland-Trilogie zum Leben erwecken könntest, welcher wäre das und wieso?

Aber für mich sind sie lebendig 🙂 Sie haben alle ein Eigenleben und immer noch fallen Szenen aus Raukland auf mich herab, obwohl die Trilogie bereits abgeschlossen ist. Ich denke, alle Figuren wären in unserer Zeit schrecklich unglücklich, insofern würde ich wohl Gismo zum Leben erwecken, Ronans schwarzen Hengst. Außerdem könnte ich ihn dann den ganzen Tag lang streicheln 😉

7. Hast du von Beginn an gewusst, wie sich die Geschichte rund um Ronan entwickeln wird, oder hat sich das einfach im Schreibprozess ergeben?

Ich wusste, wie die Geschichte enden wird, aber viele Szenen in der Mitte haben sich erst im Laufe des Schreibvorgangs ergeben. Mir kam es oft so vor, als wäre die ganze Trilogie schon komplett fertig und müsste nur noch von mir entdeckt werden. Es ist irgendwie magisch, wie sich Puzzlestücke von selbst ineinander fügen, sich offene Fragen ergeben und alles Form und Struktur annimmt.

8. Sind die Figuren oder die Landschaften/Städte an echte Menschen und Plätze angelehnt oder sind sie alle deiner Phantasie entsprungen?
Fast alle Figuren sind einfach vorbeigekommen – vermutlich sind sie in meinem Unterbewusstsein mit echten Personen verknüpft, aber das ist mir bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht bewusst. Lannoch hingegen ist in Island geboren worden – meinem Sehnsuchtsland! Wer jemals im hohen Norden gewesen ist, wird das sicherlich wiedererkennen.

 9. Was machst du denn beruflich und wie lässt sich dein Beruf mit dem Schreiben verbinden?

Beruflich entwickle ich Software im wissenschaftlich-technischen Bereich. Es gibt viele Softwareentwickler, die nicht nur Programme schreiben, sondern auch Geschichten – die Architektur einer Software findet sich als Plot in einem Buch wieder und auch wenn Objekte in der Programmierung wesentlich langweiliger sind als Figuren in Büchern – Eigenschaften haben sie auch 🙂 Ich denke, man braucht sowohl viel Kreativität als auch eine Menge Gespür für Logik für beide Aufgaben, da liegt wohl die stärkste Verbindung.

 10. Was hat dich überhaupt zum Schreiben bewegt? Bist du eines Morgens mit einer Idee aufgewacht und dachtest dir: „Das muss ich schreiben!“ oder hattest du das schon länger vor?

Ich habe schon als Kind davon geträumt ein eigenes Buch zu schreiben. Meine frühesten Schreibversuche handeln von sprechenden Pferden und dann gibt es noch völlig abstruse Agentenstories. Ich hatte übrigens schon immer hauptsächlich männliche Protagonisten – manches ändert sich wohl nicht 😉

 11. Möchtest du den Lesern noch etwas sagen?

Wenn meine Bücher zur Sprache kommen, höre ich oftmals ein sehnsuchtsvolles Seufzen und den Satz: „Das wollte ich schon immer mal machen!“, gefolgt von einem, „Aber …“. Ich habe selbst massenhaft Abers gedacht, bevor ich endlich ernsthaft anfing zu schreiben, und dabei so viel verpasst: All die Welten, in die ich hätte eintauchen können! All die Figuren, die ich hätte kennenlernen können! Was ich loswerden möchte: Wenn Ihr den Wunsch zu Schreiben in Euch spürt – dann tut es. Nicht wegen einer möglichen Veröffentlichung oder um reich und berühmt zu werden (letzteres passiert ohnehin nur den Allerwenigsten), sondern wegen dem Schreiben selbst. Schreiben ist ein so intensives Erlebnis! Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch – ein einzigartiges, großartiges Gefühl, das süchtig macht. Vielleicht wollt Ihr es ja mal ausprobieren?
Danke schön für die tollen Fragen, Jessi! Weiterhin viel Spaß und Freunde mit deinem Blog – es hat mich gefreut, dass wir uns über die Liebe zu Büchern kennengelernt haben 🙂

Vielen Dank an die Autorin für das tolle Interview! Wenn ihr mehr über sie erfahren woll, schaut bei ihrer Website vorbei: https://www.jordis-lank.de/

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